Bewirkt die Hypnose eine Ohnmacht oder Bewusstlosigkeit?
Das Bild von der Hypnose ist bei vielen Neuklienten von der Showhypnose geprägt, deren Ziel es zumeist ist, den Showhypnotiseur besonders mächtig und die Hypnose möglichst spektakulär erscheinen zu lassen. Hier werden Trancezustände genutzt, die für die therapeutische / beratenden Hypnosebehandlungen kaum bis gar nicht geeignet ist. Eine wichtige Abgrenzung sollte deswegen auch immer zwischen einer Hypnosesitzung bei einem Hypnotiseur in der eigenen Praxis und einer Showhypnose stattfinden. Da der Klient während einer Showhypnose extrem aufnahmefähig für Suggestionen des Hypnotiseurs ist, glauben manche Menschen, dass in diesem Zustand Veränderungen suggeriert werden, die langanhaltend wirksam sind. Es entsteht bei vielen Menschen sogar der Eindruck, aufgrund der offensichtlichen Intensität dieses Zustandes, dass er der beste Zustand sei, um hypnotisch behandelt zu werden. Dies ist aber nicht richtig, da sich dieser Zustand nach einiger Zeit wieder auflöst, und die darin enthaltenen Wahrnehmungen in der Regel nicht für längere Zeit in den mentalen Abläufen des Probanden integriert werden können. Dafür verantwortlich ist vermutlich die Erkenntnis des Gehirns, dass es sich bei dieser Art von Hypnose um eine offensichtliche Täuschung handelt, was dazu beiträgt, dass es die gemachten Erfahrungen als nicht relevant einordnet und im Anschluss wieder in seine gewohnte Vorgehensweise übergeht. Es handelt sich um sehr intensive Trancezustände, die das Bewusstsein während einer Show massiv trüben, sich allerdings kaum dazu eignen, Wirkungen zu verankern, die längere Zeit über die Show hinaus bestehen. Bei der therapeutischen / beratenden Hypnose werden deshalb zumeist weniger bewusstseinstrübende Trancen eingesetzt, in denen der Klient die Sitzung durchaus noch bewusst miterleben kann, die aber wesentlich geeigneter sind, langfristige Wirkungen zu verankern. Wundern Sie sich also bitte nicht, wenn Sie während einer Hypnose-Behandlung nicht „bewusstlos″ oder „ohnmächtig″ sind. Die in Hypnose-Praxen genutzten Trancezustände erkennen Sie zumeist an einem intensiven Entspannungsgefühl, das von phasenweisem „Abschweifen″ des Bewusstsein begleitet sein kann − diese Trancezustände sind optimal für die meisten hypnotischen Zielsetzungen und erlauben wesentlich tiefgreifender und langfristigere Wirkungen als zu sehr bewusstseinsgetrübte Zustände. Ihr Hypnotiseur wird den für Ihr Thema sinnvollsten Trancezustand wählen und einleiten.